FVF - Tagungen
8. Forum Junge Vormärz Forschung
Neue Arbeiten zum Vormärz und Nachmärz - Vorträge und Diskussionen
 

Samstag, 29. April 2017, 10.15 bis 17.00 Uhr/ Eintritt frei

Bergische Universität Wuppertal
Campus Grifflenberg
Gaußstraße 20
Raum B.06.01 (Gebäude B, Ebene 6, Raum 1)



Am Samstag, den 29. April 2017 veranstalten der Fakultät 1 (Germanistik) der Bergischen Universität Wuppertal und das Forum Vormärz Forschung e.V. für junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gemeinsam das 8. Forum Junge Vormärz Forschung mit neuen Arbeiten zum Vormärz und Nachmärz. Damit soll einem interdisziplinären Austausch innerhalb der Kulturwissenschaften ein öffentliches Forum geboten werden. Die Tagung findet statt in der Bergischen Universität Wuppertal und wird organisiert von Dr. Bernd Füllner und Prof. Dr. Wolfgang Lukas (FB A, Editions- und Dokumentwissenschaft).
Die besten vorgetragenen Referate, die von einer Jury ausgewählt werden, werden im Jahrbuch Forum Vormärz Forschung e.V. veröffentlicht.

Infos zum Forum Junge Vormärz Forschung gibt es hier.


Programm:

  • Moderation: Dr. Bernd Füllner, PD Dr. Anne-Rose Meyer, PD Dr. Michael Ansel


  • 10.15 Uhr
    Begrüßung: PD Dr. Anne-Rose Meyer, Dr. Bernd Füllner

  • 10.30 Uhr
    Melina Munz (Freiburg): Die Macht der Worte? Politische Dichtung und Aktion bei Lord Byron und Heinrich Heine

  • 11.15 Uhr
    Kaffeepause

  • 11.30 Uhr
    Laura Nippel (Berlin): Parlamentarische Öffentlichkeit im Vormärz

  • 12.15 Uhr
    Sophia Krebs (Wuppertal): »Misère, dein Name ist H. H.« - Heines Name(n) als paratextuelles Element

  • 13.00 Uhr
    Mittagspause

  • 14.15 Uhr
    Amélie Lelay (Berlin): Théophile Gautier und Gérard de Nerval: eine orientierte Heine-Rezeption?

  • 15.00 Uhr
    Kaffeepause

  • 15.15 Uhr
    Amélie Richeux/Ali Zein (Bochum): Die Causes célèbres des 19. Jahrhunderts in Frankreich und Deutschland. Genre – Korpora – Programmatiken

  • 16.00 Uhr
    Kathrin Wittler (Berlin): Joel Jacoby (1811-1863). Eine Skandalfigur des Vormärz





7. Forum Junge Vormärz Forschung
Neue Arbeiten zum Vormärz - Vorträge und Diskussionen
 

Sa, 9. April 2016 / 10.15 bis 17.00 Uhr / Eintritt frei

Bergische Universität Wuppertal
Campus Grifflenberg
Gaußstraße 20
Gebäude K, Senatssaal 11.07



Forum Vormärz Forschung e.V. und der Fachbereich A (Germanistik) der Bergischen Universität Wuppertal laden junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nach Wuppertal ein, um der jungen Vormärz-Forschung ein öffentliches Forum zu bieten.


Programm:

  • Moderation: Dr. Bernd Füllner, PD Dr. Anne-Rose Meyer, Prof. Dr. Wolfgang Lukas


  • 10.15 Uhr
    Begrüßung: Prof. Dr. Wolfgang Lukas, Dr. Bernd Füllner

  • 10.30 Uhr
    Philipp Erbentraut (Frankfurt/M.): Mythos Anti-Parteien-Affekt: Warum deutsche Vormärz-Intellektuelle in Wirklichkeit vom Segen der politischen Parteien schwärmten

  • 11.05 Uhr
    Kaffeepause

  • 11.25 Uhr
    Maria Jacob (Saarbrücken): Liberale auf der Flucht. Europäische Exilerfahrungen im Vormärz

  • 12.00 Uhr
    Jakub Raška (Prag): Armut, Pauperismus und soziale Frage im Vormärz und in der Revolution 1848-1849 im Österreichischen Kaiserstaat: Eine diskursive Perspektive

  • 12.35 Uhr
    Mittagspause

  • 14.00 Uhr
    Christoph Valentin (Münster): Polemik und Feindbildkonstruktion. Die Berichterstattung des Münchener Nuntius Michele Viale Prelà über die Deutschkatholiken 1844/45

  • 14.35 Uhr
    Giuseppina Cimmino (Florenz/Bonn): Tendenzermittlung und Historisierung. Die zeitdiagnostische Literaturkritik Laubes und Gutzkows

  • 15.10 Uhr
    Kaffeepause

  • 15.30 Uhr
    Katharina Schneider (Köln): Politische Bildung und Erziehung bei Arnold Ruge

  • 16.05 Uhr
    Tim Weber (Mainz): Kinderfolklore im Woyzeck


Um Anmeldung wird ausdrücklich gebeten unter Tel. 0176 5392 8219/ 0202 439 2357 und eMail fuellner@uni-wuppertal.de (dort auch weitere Informationen)

Veranstalter: Forum Vormärz Forschung und der Fachbereich A (Germanistik) der Bergischen Universität Wuppertal.


Informationen zur Veranstaltung finden Sie hier als PDF-Datei.


Innovation des Dramas im Vormärz: Grabbe und Büchner

11./12. September 2015

Lippische Landesbibliothek (Detmold)



Gemeinsame Tagung von Forum Vormärz Forschung und Grabbe-Gesellschaft.


Programm:

  • Leitung: Prof. Dr. Lothar Ehrlich und Prof. Dr. Detlev Kopp


  • Freitag, 11. September 2015

  • 10.00 Uhr
    Dr. Peter Schütze (Präsident der Grabbe-Gesellschaft): Eröffnung der Tagung

  • 10.15 Uhr
    Prof. Dr. Norbert Otto Eke (Paderborn): Grabbes und Büchners Zeithorizonte

  • 11.15 Uhr
    Dr. Stephan Baumgartner (Zürich): Theatralität und Volksmenge bei Grabbe und Büchner

  • 12.15 Uhr
    Mittagspause

  • 14.00 Uhr
    Prof. Dr. Detlev Kopp (Bielefeld): Grabbe, Büchner und die Revolution

  • 15.00 Uhr
    Dr. des. Antonio Roselli (Paderborn): Das Groteske bei Grabbe und Büchner

  • 16.00 Uhr
    Kaffeepause

  • 16.30 Uhr
    Dr. Joachim Eberhardt (Detmold): Das Grabbe-Archiv der Lippischen Landesbibliothek Detmold

  • 19.30 Uhr
    Henriette Dushe (Berlin): In einem dichten Birkenwald, Nebel / Lesung der Grabbe-Preisträgerin 2014 / In Kooperation mit dem Landestheater Detmold


  • Samstag, 12. September 2015

  • 9.30 Uhr
    Prof. Dr. Ariane Martin (Mainz): Anfänge der Autorenreihenbildung: Büchner und Grabbe

  • 10.30 Uhr
    Prof. Dr. Lothar Ehrlich (Weimar): Grabbe, Büchner und das deutschsprachige Drama seit dem Naturalismus

  • 11.30 Uhr
    Kaffeepause

  • 12.00 Uhr
    Dr. Christian Katzschmann (Detmold), Martin Pfaff (Detmold), Jürgen Popig (Heidelberg), Philip Tiedemann (Berlin): Grabbe und Büchner auf dem Theater der Gegenwart

Information:
Grabbe-Gesellschaft
Bruchstraße 27
32756 Detmold
www.grabbe.de / info@grabbe.de

Forum Vormärz Forschung
Oberntorwall 21
33602 Bielefeld
www.vormaerz.de / ino@vormaerz.de


Den Flyer zur Veranstaltung finden Sie hier als PDF-Datei.





6. Forum Junge Vormärz Forschung
Neue Arbeiten zum Vormärz - Vorträge und Diskussionen
 

Sa, 11. April 2015 / Eintritt frei

Bergische Universität Wuppertal



Forum Vormärz Forschung e.V. und der Fachbereich A (Germanistik) der Bergischen Universität Wuppertal laden junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nach Wuppertal ein, um der jungen Vormärz-Forschung ein öffentliches Forum zu bieten.


Programm:

  • Moderation: Dr. Bernd Füllner, Prof. Dr. Wolfgang Lukas


  • 10.45 Uhr
    Begrüßung: Prof. Dr. Wolfgang Lukas, Dr. Bernd Füllner

  • 11.00 Uhr
    Philipp Hubmann M.A. (Innsbruck): Verwaltete Not – Zur Poetik des Bürokratischen in Bettina von Arnims „Dies Buch gehört dem König“

  • 11.45 Uhr
    Kaffeepause

  • 12.00 Uhr
    Johannes Stobbe, Dr. phil. (Berlin): Politische und ästhetische Revolution in Georg Büchners „Dantons Tod“

  • 12.45 Uhr
    Mittagspause

  • 14.00 Uhr
    Marco Heitkämper (Bielefeld): Karl Marx’ Einfluss auf Heinrich Heines „Deutschland. Ein Wintermärchen“

  • 14.45 Uhr
    Sarah Deubner, M.A. (Hannover): Genealogische Identität. Adoption, Herkunft und Familiengeschichten bei Heinrich Heine

  • 15.30 Uhr
    Kaffeepause

  • 15.45 Uhr
    Florian Pehlke M.A. (Bremen): Skizzen, Aquarelle, Panoramen. August Lewalds poetische Malerei

  • 16.30 Uhr
    Christina Wehnert M.A. (Bremen): „Aber ist denn die Welt ein Guckkasten?“ Adolf Glaßbrenners Guckkasten-Vorstellungen im Kontext der 1840er Jahre


Um Anmeldung wird ausdrücklich gebeten unter Tel. 0176 5392 8219/ 0202 439 2357 und eMail fuellner@uni-wuppertal.de (dort auch weitere Informationen)

Veranstalter: Forum Vormärz Forschung und der Fachbereich A (Germanistik) der Bergischen Universität Wuppertal.


Den Flyer zur Veranstaltung finden Sie hier als PDF-Datei.


Forum Junge Vormärz Forschung
Studientagung mit neuen Arbeiten zum Vormärz
 

Sa, 12. April 2014 / Eintritt frei

Bergische Universität Wuppertal



Forum Vormärz Forschung e.V. und der Fachbereich A (Germanistik) der Bergischen Universität Wuppertal laden junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nach Wuppertal ein, um der jungen Vormärz-Forschung ein öffentliches Forum zu bieten.


Programm:

  • Moderation: Dr. Bernd Füllner, Prof. Dr. Wolfgang Lukas


  • 10.15 Uhr
    Begrüßung: Prof. Dr. Wolfgang Lukas, Dr. Bernd Füllner

  • 10.30 Uhr
    Andreas Macho (Wien): „Aus dem stürmischen Wien in meinen stillen Ort Darmstadt“. Zu Exil und liberaler Agitation des „Phönix“-Herausgebers Eduard Duller

  • 11.15 Uhr
    Kaffeepause

  • 11.30 Uhr
    Matthias Slunitschek (Heidelberg): „Tag und Nacht sann ich darüber nach, wie ich den Prinzen von Preußen ermorden könnte“: Die Memoiren der Marie Kurz, geb. von Brunnow

  • 12.00 Uhr
    Paulin Clochec (Lyon): Kritik als Partei: die junghegelschen Veränderungen der philosophischen Kritik im Vormärz

  • 12.45 Uhr
    Mittagspause

  • 14.00 Uhr
    Andreas Mertgens (Wuppertal): Zur Entstehung und Zensur von Heines Deutschland. Ein Wintermährchen, Caput III

  • 14.30 Uhr
    Michael Buhl (München): Kausalität und Kontingenz im dramatischen Werk Immermanns

  • 15.15 Uhr
    Kaffeepause

  • 15.30 Uhr
    Julian Kanning (Paderborn): Konstruktionen der „Hundert Tage“: Tropen der Vorstrukturierung in Grabbes „Napoleon oder die hundert Tage“ und Adolph Henkes „Darstellung des Feldzuges der Verbündeten gegen Napoleon im Jahre 1815“

  • 16.15 Uhr
    Kevin Liggieri (Bochum): „Die Guillotine ist der beste Arzt.“ Die Guillotine in Büchners Danton als Aktant einer Mnemotechnik


  • 17.30 Uhr
    Mitgliederversammlung des Forum Vormärz Forschung


Um Anmeldung wird ausdrücklich gebeten unter Tel. 0176 5392 8219/ 0202 439 2357 und eMail fuellner@uni-wuppertal.de (dort auch weitere Informationen)

Veranstalter: Forum Vormärz Forschung und der Fachbereich A (Germanistik) der Bergischen Universität Wuppertal.


Den Flyer zur Veranstaltung finden Sie hier als PDF-Datei.


Forum Junge Vormärz Forschung
Studientagung mit neuen Arbeiten zum Vormärz
 

Sa, 4. Mai 2013, 11 bis 17 Uhr/ Eintritt frei

Bergische Universität Wuppertal, Campus Grifflenberg,
Gebäude: K; Raum. K.11.10 Seminar K8



Forum Vormärz Forschung e.V. und der Fachbereich A (Germanistik) der Bergischen Universität Wuppertal laden junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nach Wuppertal ein, um der jungen Vormärz-Forschung ein öffentliches Forum zu bieten.


Programm:

  • Moderation: Dr. Bernd Füllner, Prof. Dr. Wolfgang Lukas, Dr. Michael Vogt


  • 10.30 Uhr
    Begrüßung: Prof. Dr. Wolfgang Lukas, Dr. Michael Vogt

  • 11.00 Uhr
    Ann-Christin Bolay, M.A. (Freiburg): Italienreise im Vormärz. Epigonalität und Originalität bei Fanny Lewald

  • 11.45 Uhr
    Christian Volkmann, M.A. (Flensburg/Lübeck): „König Dichter“: Emanuel Geibels Aufstieg zum literarischen Repräsentanten seiner Zeit

  • 12.30 Uhr
    Mittagspause

  • 14.00 Uhr
    Marina Doetsch, M.A/ M. Ed. (Bochum): „als er den Schluß fassete, mit der Freyheit seiner Republik zugleich zu sterben.“ – Büchners Cato-Rede und Gottscheds Cato-Rede

  • 14.45 Uhr
    Sandra Markewitz, D. phil. (Bielefeld): Philosophie der Sprache im Vormärz: Ein Problemaufriss.

  • 15.30 Uhr
    Kaffeepause

  • 15.45 Uhr
    Nora Ramtke, M. A. (Bochum): „Reformation der abgöttischen belletristischen Kirche“. Zur Metaphorik der Goethekritik in den 1820er Jahren.

  • 16.30 Uhr Mitgliederversammlung des Forum Vormärz Forschung


Information: Tel. 0172 902 3151 und eMail fuellner@uni-wuppertal.de

Veranstalter: Forum Vormärz Forschung und der Fachbereich A (Germanistik) der Bergischen Universität Wuppertal.


„Zuckererbsen für Jedermann“
Literatur und Utopie. Heine und Bloch heute
 

Öffentliche Tagung
Fr, 27. Januar 2012, 15 bis 19 Uhr
und Sa, 28. Januar 2012, 10 bis 18 Uhr / Eintritt frei
Heinrich-Heine-Institut, Bilker Straße 12-14, 40213 Düsseldorf


Heinrich Heine und Ernst Bloch waren gleichermaßen Träumer einer besseren Welt und kritische Beobachter ihrer Zeit. Kann man einen Dichter 100 Jahre vor Ernst Bloch mit diesem in Beziehung setzen? Kann man Ernst Bloch, einen Philosophen, der 100 Jahre nach Heinrich Heine lebte und in dessen Werk sich ein direkter Bezug auf Heine nur selten finden lässt – und dieser auf den ersten Blick nicht immer als kritisches Eingedenken wirkt –, mit Heine erörtern? Was auf den ersten Blick konstruiert scheint, erweist sich bei genauem Blick als fruchtbarer Versuch und damit als Fundgrube für aktuelle Fragestellungen. Denn tatsächlich gibt Heinrich Heine eine Spur vor, die sich in den Werken Blochs verfolgen lässt.
Wir wollen zeigen, dass diese Spurensuche möglich und berechtigt ist und sich gerade durch diese Bezugnahme die Aktualität der beiden Denker für gegenwärtige und zukünftige Zeiten zeigen lässt. Dabei ergibt sich eine Fülle der Themen aus den Schnittpunkten der beiden Traditionen. Der historische Zeitrahmen von Heine-Zeit und Vormärz wird deutlich gesprengt. Literaturwissenschaftliche, kulturhistorische, soziologisch-politische und philosophische Kompetenzen werden durch die Zusammenarbeit von Heinrich-Heine-Gesellschaft, Ernst-Bloch-Gesellschaft und Forum Vormärz Forschung in besonderer Weise zusammengeführt, um nach Möglichkeiten von Literatur und Utopie heute zu fragen.
Ist Utopie heute „out“? Waren die Utopien der Vormärzzeit „falsch“? Auch wenn Biermann beim Düsseldorfer Heine-Kongress 1997 vom „Absturz der Utopie“ sprach, scheint es doch originärste Aufgabe der Literatur zu sein, nach dem zu suchen, „was fehlt“.


Tagungsprogramm:

Freitag, 27. Januar 2012

  • 15.00 Uhr
    Prof. Dr. Joseph A. Kruse (Heinrich-Heine-Gesellschaft)
    Begrüßung und Einleitung


  • Moderation: Prof. Dr. Joseph A. Kruse

  • 15.15 Uhr
    Prof. Dr. Norbert Otto Eke (Universität Paderborn)
    „‚Die Lehre Lamennais‘ ist aber nicht bloß für Frankreich, sondern für ganz Europa von der furchtbarsten Bedeutung“. Hugues-Félicité-Robert de Lamennais und das Kommen des irdischen Gottesreichs

  • 16.00 Uhr
    PD Dr. Olaf Briese (Humboldt-Universität zu Berlin)
    „Die Religion der Zukunft“. Der vergessene Friedrich Feuerbach

  • 16.45 Uhr
    Kaffeepause


  • Moderation: Prof. Dr. Norbert Otto Eke

  • 17 Uhr
    Dr. Madleen Podewski (Bergische Universität Wuppertal)
    „Zürnt ihr mir? Daß ich ein Bild gewählet/ Aus der Unglücksjahre wüstem Drang?“
    Henriette Frölichs frühsozialistischer Utopieroman „Virginia oder die Kolonie von Kentucky“

  • 17.45 Uhr
    Dr. Karin Füllner (Heinrich-Heine-Institut Düsseldorf)
    Heines Träume

  • 18.30 Uhr
    Heinrich Heine und Ernst Bloch
    „Von Zuckererbsen und Olivenkernen“
    Kleine Rezitation und Musik
    Mit Karin Füllner, Anne Monika Sommer-Bloch, Francesca Vidal

  • 19 Uhr
    Gemeinsames Abendessen

Sonnabend, 28. Januar 2012
  • Moderation: PD Dr. Francesca Vidal

  • 10.00 Uhr
    Prof. Dr. Michael Perraudin (The University of Sheffield)
    Heines Zukünfte

  • 10.45 Uhr
    Kaffeepause

  • 11.00 Uhr
    Prof. Dr. Richard Faber (Freie Universität Berlin)
    Deutsch-morgenländisches Erzählen. Über Walter Benjamin, Ernst Bloch, Wilhelm Hauff und Johann Peter Hebel

  • 11.45 Uhr
    Prof. Dr. Justus Fetscher (Universität Mannheim)
    Hoffnung nach Klassizität. Blochs Heine zwischen Goethe und Börne

  • 12.30 Uhr
    Gemeinsames Mittagessen


  • Moderation: Dr. Karin Füllner

  • 14.15 Uhr
    Dr. Mathias Richter (Märkische Allgemeine Zeitung, Potsdam)
    Hermeneutik der Emanzipation
    Heine und Bloch als Gesellschaftsanalytiker

  • 15.00 Uhr
    PD Dr. Francesca Vidal (Universität Koblenz-Landau)
    Hoffnung und Utopie

  • 15.45 Uhr
    Kaffeepause

  • 16.00 Uhr
    Karola Bloch – Ein Leben für die Würde des Menschen
    Lesung von Welf Schröter aus „Karola Bloch – Architektin, Sozialistin, Freundin“ und  „Briefe durch die Mauer“
    Musikalische Interpretationen von Anne Monika Sommer-Bloch (Violine) und Kenneth Duryea (Klavier)

  • 17.30 Uhr
    Kleiner Imbiss zum Abschluss der Tagung
Konzeption und Leitung der Tagung: Dr. Karin Füllner (Heinrich-Heine-Gesellschaft), PD Dr. Francesca Vidal (Ernst Bloch-Gesellschaft), Prof. Dr. Norbert Otto Eke (Forum Vormärz Forschung)

Ein interessiertes öffentliches Publikum ist sehr herzlich willkommen!
Der Eintritt zur Tagung und zum Abschlussprogramm ist frei.

Information: Tel. 0211-8996009 und eMail hhi-hhg@t-online.de
Anmeldung erbeten unter Tel. 0211-8995571

Veranstalter: Heinrich-Heine-Gesellschaft, Ernst-Bloch-Gesellschaft, Forum Vormärz Forschung in Kooperation mit dem Heinrich-Heine-Institut.
Gefördert durch die Arbeitsgemeinschaft Literarischer Gesellschaften und Gedenkstätten aus Mitteln des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien


Den Flyer zur Veranstaltung finden Sie hier als PDF-Datei.



Karriere(n) eines Lyrikers:Ferdinand Freiligrath 

Kolloquium aus Anlaß seines 200. Geburtstags
am 17./18. September 2010
in der Lippischen Landesbibliothek
Hornsche Straße 41, 32756 Detmold


Tagungsprogramm:

Freitag, 17. September 2010

  • 13.00 Begrüßung

  • 13.15 Rudolf Muhs (London, GB): Exilgenossen: Ferdinand Freiligrath und Karl Blind in London

  • 14.00 Nils Tatter (Hameln): Ferdinand Freiligrath als Übersetzer: V. Hugo, H. Longfellow, W. Scott

  • 14.45 Pause

  • 15.00 Wolfgang Bunzel (Frankfurt/M.): Inszenierter Abschied. Ferdinand Freiligrath und die Romantik

  • 15.45 Klaus F. Gille (Amsterdam, NL): Mohrenfürst und Tanzbär. Zu Heine und Freilgrath

  • 16.30 Pause

  • 16.45 Detlev Hellfaier (Detmold): „Über den Patriotismus die Menschlichkeit“. Ferdinand Freiligrath und Julius Wolff

  • 17.30 Jesko Reiling (Bern, CH): „[A]uf dem menschlichen Grunde“. Zu Poetik und Freundschaft von Ferdinand Freiligrath und Berthold Auerbach

  • 18.15 Robert Langhanke (Kiel): Ruhm des Alters. Der späte Freiligrath zwischen überhöhter Konstruktion einer Autorpersönlichkeit und Gelegenheitsdichtung

  • 19.00 Pause

  • 19.30 Gedichte und Übersetzungen Ferdinand Freiligraths in romantischen Vertonungen mit den Interpreten Prof. Sabine Ritterbusch, Prof. Matitjahu Kellig und Hans-Hermann Jansen (alle Detmold)
    Hochschule für Musik, Brahmssaal, Neustadt 22, Detmold
    Für diese Veranstaltung wird Eintrittsgeld erhoben.
Sonnabend, 18. September 2010
  • 9.00 Rudolf Drux (Köln): Schiffe mit Proletariern. Zu einem charakteristischen Bildkomplex in F. Freiligraths Revolutionsgedichten

  • 9.45 Wolfgang Häusler (Wien, A): „Hoch die Unterjochten!“ Exotik und Revolution im „Gedankenreich“ Freiligraths

  • 10.30 Pause

  • 10.45 Bernd Füllner (Düsseldorf): Freiligrath und die Zensur

  • 11.30 Kurt Roessler (Bornheim/Rhld.): Kaufmann – Dichter – Revolutionär. Die Karrieren des Ferdinand Freiligrath

  • 12.15 Pause mit Imbiß

  • 12.45 Florian Vassen (Hannover): „Hurrah, du Schwarz, du Rot, du Gold!“ Der Schreibgestus des Pathos in Ferdinand Freiligraths Lyrik und deren Rezeption im 19. Jahrhundert

  • 13.30 Anselm Weyer (Frankfurt/M.): Ferdinand Freiligrath und der Kölner Kommunismus

  • 14.15 Pause

  • 14.30 Elisabeth Krüger (München): Populäres Proletariat? Die Rezeption eines Themas bei Freiligrath und Weerth

  • 15.15 Matthias Beilein (Göttingen): Trotz alledem kanonisierbar?
Sektionsleitungen:
Norbert Otto Eke (Paderborn)
Konrad Hutzelmann (Münster)
Oliver Müller (Bielefeld)
Uwe Zemke (Salford, GB)

Den Flyer zur Veranstaltung finden Sie hier als PDF-Datei.

Gutzkow und seine Zeitgenossen / Gutzkow and his Contemporaries 

Tagung in Exeter (GB), Di. 7. - Do. 9. September 2010


Tagungsprogramm:

Dienstag, 7. September 2010

  • 15.00 Keynote address
  • Jeffrey Sammons: Observations on the Gutzkow Revival from the Periphery
  • 16.00-17.30: The Vormärz context and beyond (I) (Chair: *Peter Stein)
  • Michael Perraudin: Heine
  • Dirk Göttsche: Karl Gutzkow und Heinrich Laube: Poetologische Aspekte einer Zeitgenossenschaft
  • David Horrocks: Gutzkow and Büchner
  • 17.30-18.00 Coffee / tea and cold refreshments
  • 18.00-19.30: The Vormärz context and beyond (II) (Chair: *Michael Perraudin)
  • Astrid Köhler: Karl Gutzkow und Bettina von Arnim
  • Peter Hasubek: Gutzkow und Immermann – Immermann und Gutzkow. Zwei unterschiedliche Perspektiven
  • Peter Stein: Im "Waffendienst der Zeit“: Karl Gutzkow und die vormärzliche politische Lyrik
  • 20.00 Drinks Reception and Gala Dinner in Holland Hall
Mittwoch, 8. September
  • 9.30-11.00: The 1850s context and beyond (Chair: Gert Vonhoff)
  • Ben Schofield: “Ohne Tendenz? Ohne Idee!” Radicalism, Revolution and Realism in the Literary Exchange between Karl Gutzkow and Gustav Freytag
  • Florian Krobb: "... durch den Quark und Mist der Zeit": Überlegungen zu Raabe und Gutzkow
  • Helen Chambers: Theodor Fontane and Gutzkow
  • 11.00-11.30 Coffee
  • 11.30-13.00: Drama and Music (Chair: *David Horrocks)
  • K. Scott Baker: Schiller, Gutzkow, Laube, Hebbel: German Historical Drama of the 1850s
  • Duncan Large: Wagner
  • Hugh Ridley: Gutzkow and Wagner. Modernisation in Prose and Music
  • 13.00-14.30 Buffet Lunch
  • 14.30-16.00: Aesthetics (Chair: Martina Lauster)
  • Catherine Minter: Gutzkow and Jean Paul
  • Olaf Briese: Annäherung und Distanz. Karl Rosenkranz und Karl Gutzkow
  • John Rignall: Gutzkow and George Eliot: Realism and ‘der Roman des Nebeneinander’
  • 16.00-16.30 Tea
  • 16.30-18.00: Acting, roles and shifting perceptions (Chair: *Helen Chambers)
  • Andrew Cusack: Holtei
  • Veronica Butler: Gutzkow's changing perception of August Lewald, 1833–1871
  • Anita Bunyan: Auerbach
  • 19.00 Hall Dinner
Donnerstag, 9. September
  • 9.00-11.00: Frankfurt and Dresden (Chair: *Peter Hasubek)
  • Martina Lauster: Versammelt im “Glashaus“: Gutzkow und Zeitgenossen im Frankfurt am Main der 1830er Jahre
  • Wulf Wülfing: Gutzkows “Unterhaltungen am häuslichen Herd“ und seine Mitarbeiter
  • Henrik A. Karge: Gutzkow in Dresden. Zum Verhältnis von Literaten und bildenden Künstlern in der Nachmärzzeit
  • Annegret Karge: Gutzkow und Robert Reinick in der Dresdener Montagsgesellschaft
  • 11.00-11.30 Coffee
  • 11.30-13.30: The reception of Gutzkow (Chair: *Olaf Briese)
  • Wolfgang Rasch: Gutzkow im Spiegel seiner Zeitgenossen
  • Kerstin Meixner / Lukas Werner: Gutzkow-Biographien und ihre narrative Struktur
  • Lothar Schneider: “Wie roh und ungeschlacht, wie nachlässig und bequem schrieb oft Gutzkow.“ Gutzkow-Rezeptionen im späten 19. Jahrhundert.
  • Ruth Whittle: Karl Gutzkow in der deutschen Literaturgeschichte. Impotenter Reflexionsschwelger oder “Ritter vom Geist”?
(Änderungen vorbehalten)

Übersetzen im Vormärz. Erkundungen eines untergangenen Kontinents 
Heinrich-Heine-Institut (Düsseldorf) / Heinrich-Heine-Universität (Düsseldorf)

Do. 8. - Fr. 9. November 2007, Heinrich-Heine-Universität

Das Heinrich-Heine-Institut Düsseldorf (Prof. Kortländer) und die Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Lehrstuhl Romanistik III (Prof. Siepe) führen gemeinsam eine Tagung durch zum ”Übersetzen im Vormärz”. Übersetzungen aus dem Französischen und Englischen spielten vor allem in der 1. Hälfte des 19. Jh. nicht nur auf dem Buchmarkt eine außerordentlich große Rolle. Auch für die literarische Geschmacksbildung in Deutschland war die übersetzte Roman- und Theaterliteratur von enormer Bedeutung. Die historischen Forschungen zu diesem Komplex sind demgegenüber bislang eher bescheiden. Die Tagung will hier Anstöße geben. Gesprochen werden soll über alle Teile des am Übersetzen beteiligten Systems: von den Verlagshäusern über die Übersetzer und ihren sozio-kulturellen Kontext bis zu den Texten und ihren Eigenheiten. Ein Schwerpunkt der Tagung wird auf dem Übersetzen aus dem Französischen liegen; Themen zu anderen Sprachen sind aber auch willkommen. Die Beiträge werden als Jahrbuch des Forum Vormärz Forschung für das Jahr 2007 in Druck gehen. >>> Aufruf zur Mitarbeit


Leitbild mit Widersprüchen – Vormärz und Aufklärung 
Forum Vormärz Forschung

Internationales Symposium, Do. 10. - Sa. 12. Mai 2007, Wolfenbüttel, Bundesakademie für kulturelle Bildung

Wissenschaftliche Leitung: PD Dr. Wolfgang Bunzel (LMU München), Prof. Dr. Norbert Otto Eke (Universität Paderborn), Prof. Dr. Florian Vaßen (Leibniz-Universität Hannover)


Tagungsprogramm:

Sektion 1: Philosophische Geschichtskonstruktionen
Sektionsleitung: Prof. Dr. Florian Vaßen (Hannover)

  • PD Dr. Wolfgang Albrecht (Weimar): Nachklänge und Neuansätze. Thesen zur vormärzlichen Phase der Aufklärungsdebatte
  • PD Dr. Olaf Briese (Berlin): Bitte einmal Fortschritt und zurück. Aufklärerische Geschichtsphilosopheme im Vormärz
  • Prof. Dr. Norbert Otto Eke (Paderborn): Aufklärung im Vormärz? Theodor Mundts Theorie des Romans
  • Prof. Dr. Lars Lambrecht (Hamburg): Zur Rezeption der Französischen Revolution im Vormärz, speziell bei den Junghegelianern
  • PD Dr. Wolfgang Bunzel (München): Zurück in die Zukunft. Die Junghegelianer in ihrem Verhältnis zur Aufklärung
  • Prof. Dr. Rainer Rosenberg (Berlin): Die Sicht von Aufklärung, Revolution und Reformation im Vormärz: Hegel – Heine – Haller – Stahl

Sektion 2: Gottesbilder – Menschenbilder (Theologie und Anthropologie)
Sektionsleitung: PD Dr. Wolfgang Albrecht (Weimar)

  • Daniel Weidner, M.A. (Berlin): Die Bibelkritik der Aufklärung im Vormärz: Reimarus und Edelmann bei Strauß und Bauer
  • PD Dr. Wolfgang Beutin (Bremen/Köthel): Die ‘Aufhebung’ religionskritischer Positionen der Aufklärung in Ludwig Feuerbachs Kritik am Christentum
  • Dr. Daniel Gerson (Zürich): Der Diskurs über eine ”Regeneration des Judentums” im Vormärz: Konsequenz der Aufklärung oder der christlichen Judenfeindschaft?
  • Dr. Tanja van Hoorn (Bochum): ”Puppen sind wir”. Georg Büchners Fatalismus im Spiegel der Anthropologie der Aufklärung
  • PD Dr. Johannes Endres (Leipzig): Von der Menschheitsfamilie zum Genom. Immermanns Epigonen zwischen Lessing und Mendel

Sektion 3: Ästhetische Modellierungen I: Textformen und Verfahrensweisen
Sektionsleitung: PD Dr. Wolfgang Bunzel (München)

  • Alexandra Böhm, M.A. (Erlangen-Nürnberg/Uttenreuth): ”Eine tatsächliche Charakteristik der neuen Meister” (Heine): Zu Kontinuität und Wandel aufklärerischer Charaktertheorien im Vormärz
  • Prof. Dr. Florian Vaßen (Hannover): Die literarische Skizze. Anschaulichkeit und Offenheit als Weltsicht in Aufklärung und Vormärz
  • Prof. Dr. Günter Häntzschel (München): Weiterführung und Kritik aufklärerischer Traditionen im Medium der Lyrikanthologien des Vormärz (1840-48)
  • Prof. Dr. Dirk Oschmann (Jena): Transformierte Mystik. Carl Gustav Jochmanns Politisierung aufklärerischer Sprachtheorie

Sektion 4: Ästhetische Modellierungen II: Autoren und Texte
Sektionsleitung: Prof. Dr. Norbert Otto Eke (Paderborn)

  • Dr. Sandra Kerschbaumer (Saarbrücken): Freiheitsgewinn – Einheitsverlust. Heines Auseinandersetzung mit der Aufklärung
  • Prof. Dr. Martin Rector (Hannover): Der Aufklärer als zweiter Luther? Heines Lessing-Porträt
  • Oliver Ruf, M.A. (Trier): Georg Büchner: Poeta delens. Zur Modellierung und immanenten Demolierung aufklärerischer ‚Elemente‘ im literarischen Vormärz
  • Dr. Klaus F. Gille (Amsterdam): Weltriss und Theodizee. Zu Büchners Lenz
  • Christian Weber, M.A. (Berlin): Universalhistorie als Leitbild. Karl von Rottecks Rezeption der Aufklärungsgeschichtsschreibung
  • Prof. Dr. Christian von Zimmermann (Bern): Jeremias Gotthelf im Kontext von (Volks)Aufklärung, Religion, Kirche und liberalem Staat. Bemerkungen zur Schweizer Literatur zur Zeit des Vormärz



Georg Weerth und die Satire im Vormärz 
Grabbe-Gesellschaft e.V. / Forum Vormärz Forschung

Internationales Kolloquium im 150. Todesjahr des Autors, 16.-18. Juni 2006
in der Lippischen Landesbibliothek, Hornsche Straße 41, 32756 Detmold

Veranstalter:
Grabbe-Gesellschaft e.V. / Forum Vormärz Forschung

Organisation:
Erika Brokmann (Detmold)

Vorträge:

  • Olaf Briese: Der Ritter. Spuren eines literarischen Auslaufmodells
  • Claude Conter: Formen der Personalsatire im Umfeld von Hermann Fürst von Pückler-Muskau
  • Norbert Otto Eke: Politische Dramaturgien des Komischen. Satire und Ironie im Drama
  • Bernd Füllner: Blödsinn deutscher Zeitungen. Weerths satirische Textkritiken in der ‚Neuen Rheinischen Zeitung‘
  • Raphael Hörmann: „Ja, vorüber war die große kölnische Domfarce“. Die bourgeoisen Revolution als ‚lumpige Farce‘ und die proletarische Revolution als ‚große Tragödie‘ bei Weerth, Marx und Büchner
  • François Melis: „ich […] möchte […] im wilden Bacchantentanz Bavay und Flamentum vergessen“. Humor, Satire und Ironie bei Weerth in seinen Zeitungsartikeln im Revolutionsjahr 1848
  • Michael Perraudin: Der Satiriker als Elegiker. Zu Weerths „Blumenfest der englischen Arbeiter“
  • Inge Rippmann: Wahlverwandtschaft oder Standesgeist? Der andere Lichnowsky (Miszelle)
  • Florian Vaßen: „Rötlich strahlt der Morgen…“. Karikatur und Satire in Georg Weerths Szenen und Portraits ‚aus dem deutschen Handelsleben‘
  • Michael Vogt: Biblische Keuschheit im satirischen Gegenlicht. Georg Weerths Gedicht „Herr Joseph und Frau Potiphar“
  • Fritz Wahrenburg: Schnapphahnsky vs. Piepmeyer. Satire als Text und Karikatur bei Georg Weerth und Johann Hermann Detmold

Bericht vom Kolloquium von Michael Vogt

Nach dem Internationalen Georg-Weerth-Kolloquium der Grabbe-Gesellschaft, ausgerichtet 1992 in der Lippischen Landesbibliothek in Detmold, das u.a. zum Ziel hatte, nach der politischen ‚Wende‘ in Deutschland mögliche Perspektiven einer ‚gesamtdeutschen‘ Weerth-Lektüre zu eröffnen, richtete das Forum Vormärz Forschung im Februar 1997 – Anlaß war der 175. Geburtstag des Autors – ebendort eine Tagung aus, die dem Feuilletonautor Weerth gewidmet war.
Das Detmolder Weerth-Kolloquium im Juni 2006, 150 Jahre nach dem plötzlichen Tod des Detmolders auf Kuba im Sommer 1856, war ein Gemeinschaftsprojekt beider literarischer Gesellschaften und galt der Satire: Rechnung tragend der Tatsache, daß Weerth seine schriftstellerische Karriere mit dem Ende der Neuen Rheinischen Zeitung und der 1848er Revolution als gescheitert ansah, ging die vorbereitende Arbeitsgruppe des FVF – bestehend aus Bernd Füllner, Fritz Wahrenburg und dem Verfasser dieses Berichts – davon aus, daß der End- und Höhepunkt des Weerthschen Schreibens von besonderem Belang sei und sein Entschluß, die Schriftstellerei unter den politischen Umständen nach 1849 aufzugeben, wesentlich von der Überlegung bestimmt gewesen sein mag, daß seine Satire zwar nicht den Gegenstand, aber doch mit den Ereignissen dieses Jahres ihr politisches Ziel verfehlt habe (Brief an Marx vom 28. April 1851). Das Thema der Tagung war darauf angelegt, Weerths einschlägige literarische Produktion in den Kontext der Satire seiner Zeit zu stellen, um ihn innerhalb dieses Feldes vorläufig zu verorten. Daher war die Abfolge der Referate so angeordnet, daß allgemeinere Beiträge zur Satire das Terrain gewissermaßen abstecken sollten, gefolgt von solchen, in denen direkte Vergleiche und Beziehungen zu anderen Autoren im Mittelpunkt standen. Eine dritte kleine Sektion galt, gewissermaßen auf mikroanalytischer Ebene, einzelnen Texten Weerths und ihrer spezifischen literarischen Faktur.
Tagungsort war wieder die Lippische Landsbibliothek in Detmold, deren Leitung die beteiligten Literaturgesellschaften ebenso zu Dank verpflichtet sind wie Erika Brokmann, Geschäftsführerin des FVF, der die Organisation oblag und die von Isabell Mikolajczyk wirkungsvoll unterstützt wurde.

Ausgehend von Weerths Schreibintention, unmißverständlich formuliert im Gedicht „Kein schöner Ding ist auf der Welt/Als seine Feinde zu beißen/Als über all die plumpgen Gesell’n/Seine lustigen Witze zu reißen“, stellt NORBERT EKE (Paderborn) den Adressatenbezug aller Satire heraus, um sich dann dem bürgerlichen Lachtheater des Vormärz, insbesondere der 1840er Jahre, zuzuwenden.
Unter der Überschrift ‚Das Komische und das Politische‘ hebt Eke mit Marx hervor, daß „[d]ie letzte Phase einer weltgeschichtlichen Gestalt […] ihre Komödie“ sei. In ihr seien „die verkehrten Richtungen und Zustände der Gegenwart, die Verirrungen und Schiefheiten unserer socialen Verhältnisse, besonders die Ungereimtheiten, in welche ein engherziges Bekämpfen und Unterdrücken der freien Regsamkeit in Wort und Schrift verwickeln, zu komischen Kontrasten zu verarbeiten“, wie es 1847 in der Monatsschrift für Dramatik, Theater, Musik zu lesen ist. So entfalte etwa Büchners romantisches Lustspiel Leonce und Lena ein eminent zeitkritisches Potential. Mit der Szene etwa, in der der Schulmeister das Verhalten des hungrigen, in Lumpen gekleideten Volks beim Vorbeizug des Königs einexerziert, weise Büchner mit satirischer Schärfe und Unversöhnlichkeit auf dieselben unhaltbaren Zustände hin wie im Hessischen Landboten.
Die Satire, so belegt Eke anhand von Walter Benjamins Rezension von Brechts Dreigroschenroman, sei extrem an die Zeit gebunden, in der sie entsteht, gerichtet an ein Publikum, das mit den satirisch kritisierten politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Verhältnissen vertraut ist. Daher sei auch erklärbar, daß so viele satirische Texte in Vergessenheit gerieten: Nur in dem Umfang, in dem Schlüsselwörter, Anspielungen, Verzerrungen oder Übertreibungen mit Blick auf reale Verhältnisse als solche erkannt werden, ist ihre Entschlüsselung gesichert. Heinrich Hoffmanns Komödie Die Mondzügler etwa (1843, überarbeitet 1847), oder Karl Rosenkranz’ Das Centrum der Speculation (1840) seien heute nur noch schwer als Satire auf die politische Wirkungslosigkeit der seinerzeitigen Philosophie zu entschlüsseln.
Auf theoretischer Ebene stellt Eke die Satire-Konzepte von Helmut Arntzen („Satire ist Utopie ex negativo“) und Jürgen Brummack („Satire ist ästhetisch sozialisierte Aggression“) gegenüber und stellt bezüglich der Inhalte fest, daß die Stadttheater strenger Überwachung durch die Zensur unterworfen und zudem als (zumeist) Aktiengesellschaften ökonomischen Zwängen ausgesetzt sind. Das herkömmliche Hoftheater diene ohnehin primär der Repräsentation des jeweiligen Souveräns. Beide Theaterformen seien zudem stark auf Unterhaltung hin angelegt, so daß das kritische Potential des Theaters insgesamt äußerst begrenzt sei. In den 1840er Jahren jedoch komme es in einzelnen Fällen zu zeitbezogen-kritischen Inhalten; Eke illustriert dies anhand von Nestroys Freiheit in Krähwinkel (1848). Im Rahmen des Possenschemas wird das revolutionäre Geschehen auf die Verhältnisse in Krähwinkel heruntergerechnet, der Tyrann ist der Bürgermeister. Da man sich in Krähwinkel hasenfüßig aufs ‚Anschau’n‘ der Revolution beschränkt, schlägt sie zwangsläufig fehl.
Mit dem Scheitern der Revolution ist auch das vorläufige Ende der politischen Literatur – nicht nur der politischen Lokalposse – erreicht: „Die Geschichte“, so Rudolf Gottschall, „liegt hinter uns, eine Geschichte, die ihre sie begleitende Poesie so verzehrte, daß davon Nichts übrig geblieben“ sei. Viele Autoren, darunter auch Weerth, geben das Schreiben dauerhaft auf.

CLAUDE CONTER (München) geht zu Beginn seiner Ausführungen zunächst auf den Literaturskandal ein, den Wilhelm Hauff 1825/26 mit seiner Persiflage auf H. Clauren, Der Mann im Mond, auslöst und beleuchtet die rechtshistorische Seite dieses Konflikts, der dann doch nicht mit zivilrechtlichen Mitteln, sondern als Literaturfehde ausgetragen wurde. Anschließend diskutiert er zwei weitere Fälle, nämlich Weerths Schnaphahnski und Hermann Fürst von Pückler-Muskaus Tutti Frutti.
Nach dem Tod des konservativen Paulskirchen-Abgeordneten Felix Fürst von Lichnowsky forderte das Reichsministerium der Justiz in Frankfurt den Generalprokurator beim Rheinischen Appellationsgericht auf, gegen Weerth zu ermitteln – was jedoch nicht geschah, weil in Köln, d.h. im Geltungsbereich des code civil, ein Kalumnieprozeß nicht von Amts wegen eröffnet werden durfte. Des weiteren, so mutmaßt Conter, wollte man, nachdem durch das Verbot der Neuen Rheinischen Zeitung eine gewisse Unruhe entstanden war, diese Stimmung nicht weiter kulminieren lassen. Am 4. Juli, also rund sechs Wochen später, wurde Weerth doch in zweiter Instanz der Prozeß gemacht, der ihn später für drei Monate in den Kölner ‚Klingelpütz‘ bringen sollte. Weerth hatte um Aufschub des Prozesses gebeten, weil die noch im Druck befindliche Buchfassung als Beleg dafür dienen sollte, daß der Schnapphahnsky als allgemeine Adelssatire zu lesen sei.
Dafür, daß es sich der Absicht doch nach um ein Pasquill handelt, spricht demgegenüber, daß die biographischen Details, wie sie Weerth aus dem Umfeld des Fürsten erfahren hat und die im Roman ausgebreitet werden, exakt auf Lichnowsky zutreffen. Weerth verlasse also, so Conters Fazit, bewußt und absichtlich den literarischen Diskurs, um den Repräsentanten des gegnerischen politischen Lagers zu treffen.
Pückler-Muskaus Tutti frutti enthält die Schilderung einer Luftballonfahrt mitsamt ihren Risiken. Der Luftschiffer Karl Gottfried Reichard hatte die Passage als geschäftsschädigend angesehen und Klage erwogen. Auch die Reisenovelle Flucht ins Gebirge trägt dem Autor Ärger ein: Dort vertrinkt und verspielt der verarmte schlesische Adelige von Lork eine alte Burg – was in der Realität eine traurige Entsprechung hat: Im schlesischen Kiensburg hatte tatsächlich ein Herr von Liehrs seine Burg am Spieltisch verloren. Ein Mitglied seiner Familie, Oberst Kurssel, fordert Pückler-Muskau zum Duell.
Auf diese Weise, so Conter, wird das Duell zum Verteidigungsinstrument im Literaturbetrieb.

Auch INGE RIPPMAN (Basel) referierte über eine Literaturfehde, nämlich die zwischen Ludwig Börne und Willibald Alexis; Im Mittelpunkt steht dabei Börnes Polemik mit dem Titel ‚Häringssalat‘.
Obwohl Börne 1831 gegenüber Jeannette Wohl erklärt hatte, nicht auf die in den beim Verlag Brockhaus erscheinenden ‚Blättern für literarische Unterhaltung‘ erschienene, antisemitisch grundierte Kritik des Schriftstellerkollegen Willibald Alexis reagieren zu wollen, kündigt er ihr Anfang 1832 seinen „Häringssalat“ an. Der Titel spielt auf den Eigentlichen Namen Alexis’ an.
Dabei rechnet Börne mit Alexis und anderen Berliner Kritikern ab, indem er ironisch zuspitzt und den Gegner wörtlich zitiert. Vorausgegangen war dieser Auseinandersetzung Börnes Kritik an Heinrich Brockhaus und dessen vorauseilender Selbstzensur bei der 7. Auflage des Konversationslexikons.
Im Rückgriff auf genaue Kenntnisse der germanisch-skandinavischen Mythologie entwirft Börne einen bis auf prähistorische Zeiten zurückreichenden ‚Ariernachweis‘.
Er behauptet, Abkömmling eines germanischen Riesengeschlechts zu sein, „dessen später Nachfahre durch Heirat mit einer schönen Jüdin zum jüdischen Glauben übergetreten sei“. Er zählt den im germanischen Schöpfungsmythos bedeutsamen Eisriesen Börr (bei Börne: Bör) zu seinen Vorfahren und schildert dessen Kampf gegen degenerierte Zwerge, d.h., bezogen auf Börnes Gegenwart, antiaufklärerische, romantisch-nebulöse Tendenzen in Norddeutschland. Preußen wird demnach von einem operettenhaften „König der Hofräte“ regiert, gegen dessen Reich der Riese Heimdallr, einer der 13 Götter der nordischen Mythologie, einen machtvollen Rachefeldzug führt. Das Zwergenreich bietet mit dem Ziel der Konfliktvermeidung eilfertig Kontrakte, Zollverträge etc. an. Auf seiten des Riesen und seines Heers versteht man einzig den Ruf einer kleinen ‚Schar edler Jünglinge‘, die nach Freiheit rufen, aber vom Zwergenreich unter dem Motto „Ruhe ist die erste Bürgerpflicht“ am Kampf gegen Heimdallr gehindert werden und augenblicklich zu Philistern mutieren. Rippmann entfaltet die implizite Preußen-Kritik Börnes.
Eine weitere ‚Zutat‘ des ‚Salats‘ bildet die Kritik an der Stadt Frankfurt und ihrer Judenpolitik. Börne behauptet, die Stadt sei eine jüdische Gründung, in der ‚Schutzchristen‘ eigentlich nur geduldet würden. Börnes weitere Schmähungen gelten wiederum der berlinisch-preußischen Kritikerszene, deren Antisemitismus und Bildungsarroganz, vor allem aber deren politische Angepaßtheit. Der ‚Häringssalat‘ ist laut Rippmann einerseits als Pasquill zu lesen, geht aber andererseits deutlich darüber hinaus, indem die namentlich genannten Personen für kritikwürdige Tendenzen der Zeit.

OLAF BRIESE (Berlin) charakterisiert und differenziert den Typus des ostelbischen Rittergutsbesitzer als mit Feudalprivilegien ausgestattete Schicht, wobei in Mittel- und Niederschlesien kleinere Gutseinheiten bestanden hätten, in Oberschlesien im Gegensatz dazu große ‚Latifundien‘, ganze Gutssysteme in den Händen weniger Familien. Briese nennt den Ersten Schlesischen Krieg 1742 als Ursache: Der Herrschaftswechsel von Habsburg zu Preußen, den dieser Krieg zur Folge hatte, habe es aus Sicht Preußens erforderlich gemacht, den dortigen Adel zu binden. Um dessen Loyalität zu fördern, sah das ‚Allgemeine Landrecht‘ – auf Kosten von Bauern und Landlosen – ökonomische und andere Privilegien vor. Der im frühen 19. Jahrhundert einsetzende Prozeß der Industrialisierung trägt insgesamt zur Stabilisierung dieser Privilegierten bei.
Weerths Adelssatire ist Briese zufolge Bestandteil einer in der ‚Neuen Rheinischen Zeitung‘ verstärkt betriebenen Adelskritik. Die besonderen schlesischen Verhältnisse nimmt Weerth nicht in den Blick, seine Schnapphahnski-Figur agiert weder politisch noch sozial. Daß Weerth die Perspektive der Verlierer und Opfer an keiner Stelle thematisiert, wertet Briese als Indiz dafür, daß der Autor sich bereits von der sozialistischen Utopie zu verabschieden im Begriff sei.
Lichnowsky, der schon im Vereinigten Preußischen Landtag (1847) vertreten gewesen war, nahm im Paulskirchen-Parlament zunächst erzkonservative, gegen Ende eher gemäßigt konservative Positionen ein. Seine politische Einstellung und sein früheres militärisches Engagement in Spanien lassen ihn als Spottfigur der Linken prädestiniert erscheinen. Da bei Weerth seit der Mitte der 1840er Jahre die Don-Quijote-Figur wiederholt auftaucht, ist es nicht verwunderlich, daß Lichnowsky in dieser Gestalt der Lächerlichkeit preisgegeben wird.
Die Schnapphahnski-Feuilletons setzen mit der Ausgabe der NRhZ vom 8. August 1848 ein, also eine Woche nach der Adelsdebatte im Paulskirchen-Parlament vom 1. August, bei der Lichnowsky die Adelsprivilegien entschieden verteidigt hatte. In bezug auf die zweite Staffel, die am 2. September einsetzt, deckt Briese einen Trick der Redaktion auf: Lichnowskys Rede, die bereits am 4. August redaktionell zusammengefaßt worden ist, wird unter dem 1. September, also mit einem Monat Verzögerung, ausführlich präsentiert und kommentiert – um auf diese Weise Aktualität und Bedeutung des Schnapphahnski-Feuilletons zu unterstreichen. Das Feuilleton spiegelt also nicht nur den redaktionellen Teil, auch der umgekehrte Reflex ist möglich: Das Feuilleton nimmt Einfluß auf den politischen Teil.
Briese weist noch einmal darauf hin, daß die Schnapphahnski-Figur nicht als politisch handelnd angelegt ist, sondern als Zerrbild eines charakter- und gewissenlosen Adeligen als sozialer Typus. Briese erblickt darin ein weiteres Indiz dafür, daß für Weerth die sozialistische Alternative zunehmend weniger erkennbar wird.
Pikaro- und Ritterroman resp. Ritterparodie und Schelmenroman identifiziert Briese als kontextuierende literaturgeschichtliche Genres, die u.a. zu Beginn des 19. Jahrhunderst eine Konjunktur erfahren, ebenso verweist er auf Rückbezüge auf Weerths eigene romantisierende Gedichte in seinem Frühwerk und konstatiert so ein ganzes Geflecht intertextueller Bezüge. Schließlich zeichnet er Schnapphahnski als karnevaleske Narrenfigur, einen verrückten Eulenspiegel, der anderen Verrückten den Spiegel vorhält. Aus dieser Perspektive präzisiert und modifiziert Briese seine These von Weerths Abkehr vom Sozialismus in der Weise, daß der Ritterroman insgesamt als das Medium anzusehen ist, in dem sich diese Loslösung prozessual vollziehe.
In einer Miszelle stellt Inge Rippmann Charakterisierungen des Fürsten Lichnowsky vor, die dessen Freunde, Bekannte und Kritiker abgegeben haben. Sie ist bestrebt, auf diese Weise zu einem möglichst differenzierteren und authentischen Bild der historischen Gestalt – im Unterschied zur Weerthschen Romanfigur – beizutragen, verbunden mit dem Ziel festzustellen, ob nicht die im Schnapphahnski-Prozeß von Weerth vorgebrachte Schutzbehauptung, er habe keine bestimmte Person, sondern vielmehr den Sozialtypus des preußischen Krautjunkers schlechthin vor Augen gehabt, sich erhärten ließe.
Rippmann konstatiert zunächst eine Reihe biographischer Parallelen zwischen Lichnowsiky und seinem Lausitzer Nachbarn Hermann von Pückler, aber auch Unterschiede, und wendet sich anschließend dem kurzen erhaltenen, von Ludmilla Assing veröffentlichten Briefwechsel zwischen beiden zu. Daraus geht hervor, daß Pückler in dem Jüngeren charakterliche Vorzüge und Mängel der eigenen Jugendzeit, vor allem aber: eigenen jugendlichen Leichtsinn wiedererkennt, was ihn zu höflich vorgetragenen, aber durchaus ernsthaften Vorhaltungen und Ermahnungen veranlaßt. In Pücklers Kondolenzbrief an die Herzogin von Sagan scheint, bei aller Verklärung des Toten, diese väterliche Besorgnis nach wie vor durch.
Gegenüber Heinrich Laube, der den Volksaufstand vom 18. September 1848 in Das erste Deutsche Parlament beschreibt, äußert Pückler sein Bedauern darüber, daß der Autor es unterlassen habe, auch Lichnowskys Verdienste zu würdigen – nicht ohne hinzuzusetzen, daß Laubes Schilderung der Wahrheit entspreche.
Pücklers Freund August von Varnhagen nennt den ‚elenden Lichnowsky‘ unverblümt einen ‚Flunkerer‘ und ‚Prahler‘.
Rippmann gelangt zu der Einschätzung, daß Lichnowsky Weerth offenbar nur wenig Raum zu satirischer Übertreibung gelassen habe. Ganz anders jedoch habe es sich mit der Herzogin von Sagan verhalten: Weerths ‚ausgestopfter Raubvogel‘ sei den Quellen zufolge in Wahrheit eine glänzende Erscheinung gewesen; Weerth habe in diesem Fall also eine reine Kunstfigur geschaffen.

RAPHAEL HÖRMANN (Glasgow) referiert einleitend die Marx’sche Unterscheidung zwischen der bürgerlichen Revolution, bei der es lediglich um die Veränderung politischer Strukturen gehe, und der proletarischen Revolution, in der im Gegensatz dazu alle Daseinsbereiche des gesellschaftlichen Lebens umgewälzt würden. Legt man den Topos von der ‚Revolution als Drama‘ zugrunde, handle es sich bei der bürgerlichen Ausprägung lediglich um eine Tragikomödie, bei der proletarischen Revolution jedoch um eine wahrhafte Tragödie. Diese Vorstellung formuliert Marx, auf Hegel rekurrierend, im Achtzehnten Brumaire des Louis Bonaparte von 1852, entwickelt sie jedoch schon weitgehend während der Revolution 1848/49 in der NRhZ. Weerth teilt diese Einschätzung, wie mehrere seiner Feuilletons belegen. So zeigt das Kapitel „Das Dasein des Herrn Preiss gewinnt eine welthistorische Bedeutung“ aus den Humoristischen Skizzen den Kaufmann als präsumtiven Ministerpräsidenten, der sich in seiner historischen Bedeutung erheblich überschätzt und damit lächerlich macht.
In „Punch, Harlekin und Henneschen“ stellt Weerth das Paulskrichen-Parlament, das Reichsministerium unterschiedslos neben die Hanswurst-Figuren; im Versepos „Kein schöner Ding…“ nimmt er vor allem die Reaktion auf Arbeiteraufstände seitens der bürgerlichen Presse – vor allem der auflagenstarken Kölnischen Zeitung – satirisch in die Zange. Im Schnapphahnski-Roman schließlich, genauer: in der Episode, in der das Kölner Dombaufest glossiert wird, stellt er der „Domfarce“ den tragischen Ernst der „kugelzerrissenen Leichen der Proletarier von Paris, von Wien und Berlin“ gegenüber.

BERND FÜLLNER (Düsseldorf) stellt in seinem Beitrag Weerths Feuilletons unter der Überschrift „Blödsinn deutscher Zeitungen“ vor, eine Textgruppe, die in der Weerth-Philologie bisher wenig Beachtung gefunden hat. Als ein mögliches Vorbild nennt Füllner Heine, der in seiner Fehde mit Ludwig Wihl den Herausgeber der „Zeitung für die elegante Welt“, Gustav Kühne, dazu brachte, eine Erklärung des Gegners zusammen mit seinem eigenen, darauf bezogenen Kommentar abzudrucken.
In Karl Marx’ Verfahren, Artikel aus fremden Zeitungen mit eigenen ironischen Kommentaren abzudrucken, erblickt Füllner ein weit direkteres Vorbild für Weerth, und er hält es durchaus für möglich, daß mancher Abdruck in Weerths Feuilleton auf Anordnung des Chefredakteurs Marx erfolgt. Dieser hatte schon 1842/43, zu Zeiten des Vorgängerprojekts, der „Neuen Rheinischen Zeitung“, nämlich der „Rheinischen Zeitung“, u.a. die bei DuMont erscheinende „Kölnische Zeitung“, aber auch andere konservative und liberale Blätter, attackiert.
Das Verhältnis von Zitat und Kommentar gestaltet sich bei Weerth sehr unterschiedlich: Gelegentlich, etwa bei den „Reaktionäre[n] Gedanken einer Dame“ ist der Kommentar umfangreicher als das Zitat, in anderen Fällen sieht Weerth sparsame Klammerbemerkungen als ausreichend an, um den ‚Blödsinn‘ erkennbar zu machen. Füllner weist darauf hin, daß gerade das letztere Verfahren ein hohes Maß an Identifikation der Leserschaft mit der „Neuen Rheinischen Zeitung“ voraussetzt.
Schließlich widmet sich Füllner Weerths satirisch kommentierter Lektüre des Anzeigenteils der „Vossischen Zeitung“. Weerth behauptet, Annoncen seien gemütvoll und poetisch: „Hier ein Glückwunsch, dort ein Steckbrief, dann eine Fallite, ferner ein Stellengesuch usw. Man tut da tiefe Blicke in das menschliche Leben, und man begreift, wie Gott alles weise geordnet hat und wie die Welt voll ist von seiner Güte“.

In seiner einleitenden Vorbemerkung hebt FRANCOIS MELIS (Berlin) hervor, daß eine Vielzahl von Artikeln der „Neuen Rheinischen Zeitung“, die bisher in der Forschung Marx oder Engels zugeschrieben worden sind, tatsächlich von Weerth stammen, den Marx wegen seiner Scharfzüngigkeit bewunderte.
Sodann wendet sich Melis der Artikelserie über die Affäre ‚Riscons-Tout‘ zu, um zu belegen, auf welche Weise Weerth Spott und Ironie auch im Nachrichtenteil einsetzt. Hintergrund ist das Scheitern einer während der französischen Februarrevolution gebildeten republikanischen ‚Légion belge‘, die bei dem Versuch, von Frankreich aus auf belgisches Gebiet vorzudringen, bei der grenznahen Ortschaft Riscons-Tout scheitert. Die belgische Regierung nimmt dies zum Anlaß, mit einem „Riesenprozeß“, so Weerth, gegen die radikaldemokratische Bewegung vorzugehen. Bei seiner Berichterstattung aus zweiter Hand – Quellen sind die Zeitungen „La Nation“ und „Le Moniteur Belge“ – erweckt Weerth den Eindruck, als sitze ein Korrespondent der „Neuen Rheinischen Zeitung“ direkt im Antwerpener Gerichtssaal. Dabei ist vor allem der Prokurator De Bavay Gegenstand der Weerthschen Personalsatire. Sein Vorbild unter den etwa 25 überregionalen und internationalen Zeitungen, die die Redaktion der „Neuen Rheinischen Zeitung“ im Abonnement hält, ist das Satireblatt „Punch“; zu den von ihm immer wieder attackierten Zeitungen gehören die „Times“ als „liberales Bourgeoisblatt“ und das „Tory-Journal“ „The Standard“, vor allem aber – als direkte Konkurrenz – die auflagenstarke liberale „Kölnische Zeitung“ und ihr Chefredakteur Karl Heinrich Brüggemann, den er angesichts einer bevorstehenden neuen revolutionären Welle [m]it fliegenden Haaren, mit stieren Augen und, nicht zu vergessen, mit dem allerschönsten Katzenbuckel […] durch das Dumont’sche Redaktionszimmer laufen“ sieht.
Weerths zahlreiche Berichte über Londoner Parlamentsdebatten erhalten dadurch besondere Lebendigkeit, daß er die Akteure aus eigener Anschauung kennt: Während seiner Londonaufenthalte sitzt er gern auf der Zuschauertribüne und kann daher aus eigener Kenntnis u.a. den Habitus der einzelnen Redner satirisch beschreiben und der Lächerlichkeit preisgeben. So stellt er z.B. das Oberhausmitglied Lord Henry Brougham als Spottfigur dar, indem er dessen grün-schwarz karierte Hose und die lange rote Nase hervorhebt.
Unter den deutschen Politikern ist insbesondere der preußische Gesandte in London, Christian Karl von Bunsen, in Weerths satirischem Visier. Diesen karikiert er im Nachrichtenteil jedoch nicht aufgrund seines Äußeren, sondern bringt den Namen ‚Bunsen‘ wiederholt mit dem Begriff ‚Blamage‘ in Verbindung, gipfelnd in der Formulierung: „[W]ie die Möwe dem Sturm, so fliegt der Name Bunsen jeder Blamage voraus. Der Ritter Bunsen ist der Blamagevogel Deutschlands.“
In seiner Schlußbetrachtung hebt Melis hervor, daß die vorrangige Beschäftigung mit Weerths Feuilletons den Blick auf seine – oft auch satirischen – Aktivitäten ‚über dem Strich‘ versperre. Eine Trennung zwischen brillanten Feuilletonarbeiten und im engeren Sinn journalistischer Tätigkeit sei deshalb unsinnig, weil Weerth auch im politischen Teil satirisch, polemisch – feuilletonistisch arbeite.

MICHAEL PERRAUDIN (Sheffield) weist einleitend darauf hin, daß gärtnerische Vereinigungen der Art, wie sie Weerth im ‚Blumenfest‘ beschreibt, in Großbritannien bis heute existieren. Die Gestalten der beiden proletarischen Preisrichter seien Dickens’sche Groteskfiguren; das ihnen zugeschriebene Naturverständnis hingegen sei deutsch-romantischer Provenienz. Zum Beleg zieht Perraudin die Schlußpassage aus Novalis’ Romanfragment Lehrlinge zu Sais. Die zentrale These Weerths bestehe darin, daß die Emanzipation des Proletariats durch den Wiederanschluß an die Natur möglich sei. Bezugnehmend auf Florian Vaßen betont Perraudin, daß Weerths Weltsicht insgesamt sensualistisch bestimmt sei, und wenn auch der ‚Blumenfest‘-Text keine Satire sei, so seien andere Texte der ‚Britischen Skizzen‘ als Sozialsatire zu lesen, etwa die Beschreibung der über obszöne Stellen in Tristram Shandy entrüsteten Familie Woodcock in Eine Reise ins Innere des Landes. Ähnliches gelte für die Erzählung Reise nach Wales, in der Weerth eine Fahrt von Liverpool nach Wales schildert und in der ein junges Mädchen den Körper eines Matrosen bewundert. Perraudin weist vor allem auf die sensualistische Perspektive hin, die sowohl das Mädchen als auch Weerth selbst einnehmen. Auch das Weihnachtsfest in den Yorkshire-Bergen ist der Darstellung von sinnlichem Genuß in der paternalen, vorindustriellen Welt eines Gutsbesitzers gewidmet. Ein Jahrmarkt in Yorkshire wiederum zeigt den lärmenden, sinnlichen Genuß eines proletarischen Volksfestes; Perraudin charakterisiert diesen Text als ein „unkonstruiertes Dionysium“.
In diesem Zusammenhang weist Perraudin anhand mehrerer Belegstellen nach, daß Weerth seine Proletariergestalten den mythischen Helden der griechischen Antike nachbildet. Die auch diesen Figuren eigentümliche Sinnlichkeit sei in Weerths eigenem Vitalismus bereits angelegt.

Für die ‚Humoristische[n] Skizzen aus dem deutschen Handelsleben‘ ist, so FLORIAN VASSEN (Hannover), visuelles Material in fragmentarischer Form konstitutiv, das durch Monologe und Dialoge ergänzt wird und auf diese Weise eine theatrale Dimension erhält. Der Aspekt des ‚Humoristischen‘ umfasse bei Weerth immer sowohl das Verlachen als auch das frivole Lachen, das Körperlichkeit und Sinnlichkeit einbeziehe. Vaßen verweist in diesem Zusammenhang mit Bachtin auf die ‚groteske Gestalt des Leibes‘, wobei Hanswurst, Harlekin und Henneschen vor allem durch übertriebenen groß Hervorstehendes, durch extreme Wölbungen und Öffnungen des Körpers gekennzeichnet sind. Bei Weerth falle insbesondere die groteske Überzeichnung von Nasen auf.
Damit langt Vaßen bei den Karikaturen der Satirezeitschrift ‚Punch‘ an, die Weerth in den „Skizzen aus dem sozialen und politischen Leben der Briten“ beschreibt. Lobe er dort einerseits die Verbindung von Kritik und Kurzweil, so übe er doch deutlich Kritik an der politischen Ausrichtung des Blatts. Gleichwohl bestehe eine intermediale Entsprechung zwischen den genrebildhaften Karikaturen des ‚Punch‘ und Weerths Personendarstellungen in den „Humoristische[n] Skizzen“.
Vor allem anhand des ersten Kapitels der „Humoristische[n] Skizzen“ führt Vaßen Weerths satirische Verfahrensweisen vor. Bereits die Beschreibung des Handelskontors als Szenerie sämtlicher ‚Skizzen‘ ist deutlich von einem ironischen Erzählerkommentar bestimmt. Auch der Beginn der Handlung, die Lektüre des Handels- und Börsenberichts durch Herrn Preiss, die ironisch zur „Morgenandacht“ stilisiert wird, folgt diesem Prinzip. Vaßen charakterisiert Weerths literarisches Verfahren als eine Verbindung von visuell bestimmten Schilderungen mit szenisch-darstellenden Passagen und satirischen Kommentaren. In den einzelnen Kapiteln mit ihren Hauptfiguren entwerfe Weerth genrebildartig ein Ensemble rheinischer Kaufmannstypen, mit dem Handel befaßter Bürger und Kleinbürger vor der Revolution, ein Tableau, in dem jeder seine feste Rolle und seinen sozialen Ort innehat. Dies ändert sich durch den Ausbruch der Revolution. Aus der Arbeitsstille der ersten Szene wird eine erstarrte, erschrockene ‚Totenstille‘, und der würdige Kaufmann mutiert zu einer apathischen, niedergedrückten Figur „in weißer Unterhose, in baumwollner Nachtmütze“. Der subalterne, kleinbürgerliche Buchhalter Lenz mutiert zum revolutionären Bürgergardisten, bleibt aber dieselbe komische Figur. Mit den „Humoristische[n] Skizzen“, so das Fazit, gelinge Weerth eine besonders lebendige Typologie der deutschen Handelswelt.

Der Berichterstatter widmet sich Weerths Gedicht „Herr Joseph und Frau Potiphar“, in dem die bekannte biblische Episode der Lächerlichkeit preisgegeben wird. Dabei bezieht er weitere satirische Texte ein, die den Stoff bearbeiten: die Barockkomödie Die triumphierende Keuschheit (1668) von Christian Weise, Leo Falls Operette Madame Pompadour (1922) und den Schlager „In der Bar zum Krokodil“ (um 1930) der Comedian Harmonists.
In Georg Kaisers Werkausgabe steht der Text inmitten anderer Bibel-Satiren, innerhalb von Weerths Werkbiographie ist jedoch davon auszugehen, daß diese Texte nicht in solcher ‚Bündelung‘ entstanden sind.
Der Text gliedert sich insgesamt in fünf Teile: Einer Art Exposition (drei Strophen) folgt eine Passage, in der die ungekonnte Literarisierung des Begehrens satirisch bloßgelegt wird (wiederum drei Strophen). In der 7. Strophe ist Josephs Perspektive beschrieben; nach einem Plötzlichkeit signalisierenden „Da“ folgen sechs Strophen, die den furienhaften Auftritt der liebestollen Ägypterin farbig und in extremer (innerer und äußerer) Bewegung schildern. Joseph hingegen (letzte Strophe) ‚steht‘ resp. ‚schreitet‘.
Ein wesentliches Verfahren der Erzeugung von Komik ist – wie auch bei den genannten Referenztexten – die Aktualisierung, ein anderes die Verknappung räumlicher Distanz, z.B. in der Juxtaposition von ‚Palmen‘ und ‚Tannen‘, von Exotischem und Europäischem. Des weiteren verfremdet Weerth in satirischer Absicht Topoi der Romantik (etwa, wenn „Vogel Strauß und Krokodil“ ihr „Abendlied“ anstimmen), und schließlich ist allen erwähnten Texten eine mehrschichtige Zweideutigkeit der Ausdrucksweise zueigen.
Weerth folgt seinem Vorbild Heine, wenn er dem christlichen Heilsversprechen eine Absage erteilt und dem diesseitigen Lebensgenuß den Vorzug gibt. Privateigentum, Vaterland und – Religion sind in Weerths Augen die wesentlichen Hemmnisse allen gesellschaftlichen Fortschritts.
Schließlich erscheint es auffällig, daß die Parodie der Potiphar-Episode immer in Phasen der Demokratisierung Konjunktur hat. In gewisser Weise trifft dies auch auf den Frühaufklärer Christian Weise zu, dessen Figur des Torwärters Ephialtes nach einem Wegbereiter der attischen Demokratie benannt ist. Politische und sexuelle Freiheit erscheinen in dieser Perspektive miteinander verschränkt.

[erscheint als Vormärz-Studien, Bd. 13, 2007]


„Von Sommerträumen und Wintermärchen“ – Versepen im Vormärz 
Forum Vormärz Forschung / Heinrich-Heine-Gesellschaft e.V.

Öffentliches Kolloquium am Freitag/Samstag, 1./2. Oktober 2004
im Heinrich-Heine-Institut, Bilker Straße 12-14, 40213 Düsseldorf

Veranstalter:
Forum Vormärz Forschung, Heinrich-Heine-Gesellschaft, Heinrich-Heine-Institut

Konzeption und Moderation:
Bernd Füllner (Forum Vormärz Forschung)
Karin Füllner (Heinrich-Heine-Institut)

Begrüßung:
Prof. Dr. Joseph A. Kruse (Direktor des Heinrich-Heine-Instituts)

Vorträge:

  • Olaf Briese (Berlin): Weltuntergang mit anschließender Diskussion. Endzeit im Vormärzepos.
  • Alexandra Böhm (Erlangen): Groteske Verserzählungen am Ende der Romantik: Byron, Heine, Puschkin.
  • Norbert Eke (Paderborn/Amsterdam): „Grausame Spiegel“. Geschichte in den Versepen Nikolaus Lenaus.
  • Gerhard Höhn (Macherin): Was heißt „politisch romantisch?“ Heinrich Heines Versepos „Deutschland. Ein Wintermährchen“.
  • Alfred Opitz (Lissabon): Reisemythen und selbstreflexive Fremderfahrung bei L.A. Frankl („Cristoforo Colombo“, 1836) und H. Heine („Bimini“, 1852).
  • Michael Perraudin (Sheffield): „Denn Nazionalerinnerungen liegen tiefer in der Menschen Brust“. „Deutschland“, „Atta Troll“ und Heines frühe Überlegungen zum Epos.
  • Madleen Podewski (Berlin): Geister, Helden und Pyrker. Zur Integration von Gattungsnorm und Herrscherhistoriographie in Tunisias (1820).
  • Robert Steegers (Bonn): „Wie weiland Ritter Hüon von Bordeaux“. Wielands „Oberon“ und Heines epische Dichtungen.
  • Wulf Wülfing (Bochum): „Deutschunübertreffliche Gutmüthigkeit“. Zur Rhetorik von Karl Immermanns „Tulifäntchen“.

Abendveranstaltung zum Kolloquium
am Freitag, 1. Oktober 2004, 20 Uhr im Heinrich-Heine-Institut
Sebastian Hufschmidt: „Deutschland. Ein Wintermährchen“

[erscheint als Vormärz-Studien, Bd. 12, 2007]



Romantik und Vormärz - Differenzen und Kontinuitäten 
Forum Vormärz Forschung / Bettina von Arnim Gesellschaft 

Organisation: Wolfgang Bunzel/Peter Stein/Florian Vaßen

13.-16. September 2001 in Schloß Wendgräben bei Magdeburg 

Teilnehmerinnen und Teilnehmer: 

Olaf Briese (Berlin), Wolfgang Bunzel (Dresden), Norbert Otto Eke (Paderborn), Dirk Göttsche (Nottingham), Heinz Härtl (Weimar), Gerhard Höhn (Paris), Udo Köster (Hamburg), Ulrike Landfester (München), Christian Liedtke (Bonn), Günter Oesterle (Gießen), Michael Perraudin (Sheffield), Madleen Podewski (Berlin), Rainer Rosenberg (Berlin), Peter Stein (Lüneburg), Hartmut Steinecke (Paderborn), Jochen Strobel (Dresden), Erika Tunner (Paris), Florian Vaßen (Hannover), Tobias Witt (Kiel), Wulf Wülfing (Bochum) 

Arbeitstitel der angekündigten Referate:

  • Olaf Briese: Herrschaft über die Natur. Ein romantisch vormärzlicher Topos.
  • Wolfgang Bunzel: Die Romantik-Rezeption der Junghegelianer.
  • Nobert O. Eke: Moderne Zeit(en). Zur Konzeptualisierung der Geschichtszeit in Romantik und Vormärz.
  • Dirk Göttsche: "Auf der Brücke zweier Zeiten". Traditionen und Neuansätze im Zeitroman zwischen Romantik und Vormärz.
  • Heinz Härtl: Achim von Arnim-Rezeption im Vormärz.
  • Gerhard Höhn: Weder "Passionsblume" noch nutzloser "Enthusiasmusduft".
  • Udo Köster: "Phantasien über Weiberherrschaft".
  • Ulrike Landfester: Politische Konzepte in Romantik und Vormärz.
  • Christian Liedtke: Heines romantische Masken und Kulissen.
  • Günter Oesterle: Kontinuität des Subversiven. Komik und Publizistik in Romantik und Vormärz.
  • Michael Perraudin: Eichendorff als systematischer Anti-Realist.
  • Madleen Podewski: Sprachkonzepte in Romantik und Vormärz.
  • Rainer Rosenberg: Vormärz als dritte Generation der Romantik?
  • Peter Stein: Marx, Hegel und die Romantik.
  • Hartmut Steinecke: Heinrich Heines E.T.A.-Hoffmann-Rezeption.
  • Jochen Strobel: Reaktionen romantischer Autoren auf Literaturkonzepte des Vormärz.
  • Florian Vaßen: Romantisches Naturbild und moderne Großstadtwahrnehmung bei Georg Weerth.
  • Wulf Wülfing: "Das Volk will bewegt werden." Zur Romantik-Kritik bei Heine und den Jungdeutschen.

Dazu aus der "Frankfurter Allgemeine Zeitung", Donnerstag, 20. September 2001, Nr. 219, S. 50:

Epochengrenzverkehr. Eine Magdeburger Tagung macht Romantik zur Charakterfrage (von Wolfgang Schneider)

Ihre Sucht nach "Mystifikationen und Mummereien" war so notorisch wie ihre "Lust an grotesken Ideen". Alles "Objective" ließen sie "im bodenlosen Schacht des Selbst" verschwinden. Sie ergingen sich in "Aberglauben" und "Naturschwärmerei", frönten der "Ironischen Blasiertheit" und dem "superklugen Nihilismus" oder stellten ihre "impotente Genialität" mittels" ungebundener Phantasieschwelgerei" unter Beweis, bis sie in "Hypochondrie" endeten. "Eitelkeit", "Faulheit", "Genußsucht", "Wollust" - sie waren mit allen Lastern eng befreundet, diese Romantiker.
Das beeindruckende Sündenregister stammt aus einem antiromantischen Pamphlet von Arnold Ruge und Theodor Echtermeyer, die als treue Schüler Hegels dessen Aversion gegen die "modische Schwindsucht des Geistes" auf die Spitze trieben. Die Kampfschrift entstand 1839; die Literaturgeschichten verzeichnen das Ende der Romantik meist schon zehn Jahre früher. Aber bedarf etwas, das vorbei und erledigt ist, eines solchen publizistischen Sperrfeuers? Die Kampagne der beiden Junghegelianer ist das beste Indiz für ein Weiterleben der Romantik jenseits der vermeintlichen Epochengrenze. Daß die Schwelle von der Romantik zum Vormärz sehr viel durchlässiger war, als die schulmäßigen Einteilungen erlauben möchten, belegte am Wochenende eine literaturwissen­schaftliche Tagung auf Schloß Wendgräben bei Magdeburg, die sich den "Differenzen und Kontinuitäten" im Grenzverkehr der Epochen widmete.
Gegen alle junghegelianischen Wünschbarkeiten - so zeigte der Beitrag von Wolfgang Bunzel (Dresden) - prägte die Romantik das kulturelle Leben der vierziger Jahre. Mit dem Amtsantritt des "Romantikers auf dem Thron" im Jahr 1840 wurde sie erst zum offiziellen preußischen Stil. Viele langgediente Wortführer der Bewegung kamen nun (anstelle der Hegelianer) zu Ämtern und Würden, Ruge und Echtermeyer hatten es nicht verhindern können: "Es war unsere Absicht, die politische Romantik, ehe sie zur Regierung käme, ebenfalls zu charakterisieren, aber Friedrich Wilhelm IV. bestieg den Thron, ehe er von uns charakterisiert war..."
An tendenziösen "Charakterisierungen" hat es freilich nie gefehlt; die Romantik blieb bis weit ins zwanzigste Jahrhundert die angefeindetste und zugleich wirkmächtigste Epoche der deutschen Geistesgeschichte. Noch der "Politischen Romantik" Carl Schmitts ist die überwundene romantische Anfälligkeit ablesbar, ebenso Thomas Manns "Doktor Faustus", in dem der deutsche Faschismus als pervertierte Romantik gedeutet wird. Alle diese Verabschiedungen haben ihr Muster in einem Schlüsseltext des Vormärz: Heinrich Heines furioser Abrechnung "Die romantische Schule" von 1835. Der entscheidende Vorwurf ist hier der des Gegenwartsverlusts. Günter Oesterle" (Gießen) hielt pointiert dagegen: Im 19. Jahrhundert sei Poesie ohne Publizistik grundsätzlich nicht mehr möglich. Im Zusammenspiel von Artistik und Aktualität, in Frontstellung zur Autonomieästhetik des "Zeitablehnungsgenies" Goethe, komme die Literatur nach 1800 auf ihre Höhe, und das gelte eben nicht erst für den Vormärz, sondern bereits für romantische und biedermeierliche Formen, auch wenn deren dichter Zeitbezug sich oft erst bei genauem Hinsehen erschließe.
Um die eigene publizistische Ästhetik des operativen Schreibens zu profilieren, bedient sich Heine eines zurechtgestutzten, eskapistischen Bildes der Romantik, das deren frühe Phase mitsamt den kühnen poetologischen Entwürfen und zeitkritischen Implikationen unterschlägt. Aber Heines Faszination bricht immer wieder durch; sie entzündet sich an prämodernen ästhetischen Qualitäten wie der Phantastik Achim von Arnims. Gerhard Höhn (Paris) brachte die Ambivalenz auf den Punkt: Der politische Kritiker und Großstadtintellektuelle Heine setzte sich zeitweise in schärfsten Gegensatz zur Romantik, während der Dichter ihr verpflichtet blieb. Als vor der Märzrevolution die platte Tendenzpoesie Mode wurde, bekannte er sich wieder offen zu den romantischen Raffinessen und verspottete im "Atta Troll" die Propagandalyriker.
Doch war nicht nur von Heine die Rede. Der Beitrag von Dirk Göttsche (Nottingham) handelte an die fünfzig "Zeitromane" jener Epoche ab. So wie diese ambitionierten Werke heute weitgehend unbekannt sind, hatten auch ihre Verfasser schon die Tradition, in der sie standen, vergessen. Denn der Zeitroman sei keine Erfindung der jungdeutschen Autoren nach 1830, die ihn mit vollmundiger Zeit-Rhetorik für sich in Anspruch nahmen. Er habe im Gefolge der Revolutionswirren bereits eine Blüte in der Spätaufklärung erlebt, so in Friedrich Ludwig Textors "Leben, Abenteuer und Heldentod Paul Roderichs des Democraten" (1794). Auch die Romantik brachte Zeitromane hervor wie Arnims "Armut, Reichtum, Schuld und Buße der Gräfin Dolores" von 1810. Wenn die Jungdeutschen offene Formen und polyzentrische Figuren-Ensembles bevorzugen, so stehen sie in der Schuld ihrer romantischen Vorgänger.
Aber selbst der bedeutendste Zeitroman der Epoche, Karl Immermanns "Die Epigonen", vor einigen Jahren noch ein wohlkommentierter Winkler-Dünndruck-Klassiker, ist derzeit in keiner Ausgabe greifbar. Erst recht die von Heine attackierten Tendenzpoeten, die nach 1968, als man historische Flugblätter spannender fand als Jambendramen, zu manchem Reclam-Bändchen kamen, finden kein Interesse mehr, was Florian Vaßen (Hannover) angesichts ihrer ästhetischen Defizite nicht bedauern mochte.
Trotzdem machte er sich in seinem Beitrag stark für den Radikalsten von ihnen, Georg Weerth. Er stellte Weerths englische Reiseskizzen vor, die fasziniert-kritische Blicke auf London werfen und die frühromantische Poetik der Gattungsmischung aufgreifen. Auch inhaltlich gibt es romantische Momente: wenn die Landschaft abseits der rußigen Städte oder die, "Blumenliebhaberei" der in botanischen Vereinen organisierten englischen Arbeiterschaft beschrieben wird. Die blaue Blume in schwieliger Faust - eine Tagung über das romantische Erbe im sozialistischen Realismus steht noch aus.

[Vormärz-Studien, Bd. 10, 2003]



Gutzkow lesen! 
Forum Vormärz Forschung 

18.-20. September 2000 in Berlin

Organisation: Gustav Frank/Detlev Kopp

Teilnehmer und Teilnehmerinnen: 

Helga Brandes (Oldenburg), Thomas Bremer (Halle), Olaf Briese (Berlin), Gustav Frank (Nottingham), Peter Hasubek (Göttingen), Christine Haug (Mainz), Kurt Jauslin (Altdorf), Detlev Kopp (Bielefeld), Hans Krah (Kiel), Stefan Landshuter (München), Martina Lauster (Exeter), Wolfgang Lukas (Kiel), Thomas Neumann (Kropp), Ute Promies (Darmstadt), Wolfgang Rasch (Berlin), Michael Titzmann (Passau), Michael Vogt (Bielefeld), Gerd Vonhoff (Münster), Marianne Wünsch (Kiel) 

Bericht über die Konferenz von Gustav Frank (Nottingham)

Unter dem Imperativ Gutzkow lesen! stand die erste internationale Konferenz zum Thema Karl Gutzkow in Deutschland, die vom 18.-20. September 2000 in Berlin stattfand. Anlaß der Konferenz war es, das jüngste Interesse der Verleger, Publizisten und der großen Feuilletons an dem lange Zeit fast verschollenen Gutzkow auch wissenschaftlich zu fundieren. Die an verschiedenen Orten unabhängig voneinander entstandenen Bemühungen um Gutzkow sollten zusammengeführt werden. Die Berliner Konferenz lud deshalb die verschiedenen Gutzkow-Spezialisten und Gutzkow-Interessierten zu einem Austausch der Ergebnisse, zu einer Sichtung und Erweiterung des Wissens- und Forschungsstandes und zu einer Koordination künftiger Initiativen und Arbeiten ein. Teilnehmer aus Großbritannien und Deutschland vertraten die Buchwissenschaft, Germanistik, Kulturwissenschaft, Romanistik und Theaterwissenschaft beim interdisziplinären Dialog über Gutzkow.
Die Konferenz fand auf der Basis vorab ausgearbeiteter Vorlagen statt und konzentrierte sich auf das öffentliche Gespräch und die Diskussion von Teilnehmern und Gästen. Sie diente dazu, Grundzüge eines neuartigen Bildes von den Zusammenhängen des literarischen Lebens im 19. Jahrhundert zu skizzieren. Damit war die ganze Breite des Werks angesprochen, das sich chronologisch von 1830 bis 1878 erstreckt und alle Gattungen umfaßt. Die Wandlungs- und Modernisierungsprozesse und ihre Modellierung in Gutzkows Werk, die Unterschiede, aber auch die Korrespondenzen über die Grenzen der Texttypen, Genres und der Publikationsformen hinweg interessierten deshalb besonders. In den Blick kam so erstmals der "ganze" Gutzkow und warum man ihn jetzt lesen und zur Lektüre empfehlen kann. Neben den ökonomischen und politischen Einschnitten - von der Juli-Revolution von 1830, der März-Revolution von 1848, dem ihr parallelen industriellen und städtischen take-off und der Reichsgründung 1866/71 - wurden die literarischen Epochenbrüche - mehr als das "Ende der Kunstperiode" der Einsatz des Realismus - auf ihre Bedeutung für die Größen "Autor" und "Werk" hin abgeklopft. Gutzkow erwies sich immer eingebunden, ja oft im Mittelpunkt der sozialen, mentalitären und literarischen Prozesse. Das legte als zukünftige Aufgabe nahe, den Blick auf größere Korpora von unterschiedlichen kulturellen "Texten" und Materialien zu richten, um Gutzkow besser zu verstehen. Und umgekehrt ließe sich anhand eines seiner zentralen Organisatoren, Gutzkow, das literarische Leben im 19. Jahrhundert genauer rekonstruieren, als das bisher in der Forschung geschehen ist, in der nach wie vor ungeprüfte Stereotypen über Vormärz/Biedermeier und Realismus und deren Vertreter umlaufen.
Im Vordergrund der Gespräche stand neben den lebensgeschichtlichen Aspekten, der biographischen Spurensuche in Berlin, vor allem die bislang wenig ausgeleuchtete Verflechtung von Modernisierungs- als Stadterfahrung (soziale Unsicherheit, Wahrnehmngsprobleme) mit ihren neuartigen literarisch-journalistischen Reflexionsmustern (Bahnhofsbuchhandel, Buchwerbung).
Vier Perspektiven auf Karl Gutzkow, sein Werk und seine Zeit bildeten die Schwerpunkte der Diskussion.
Die erste von Martina Lauster (Exeter) geleitete Sektion widmete sich den Konstrukten des Selbst. Gutzkows autobiographisches Schreiben wurde zunächst im Kontext der Geschichte der Autobiographie verortet (Peter Hasubek), dann mit seiner belletristischen und journalistischen Prosa - zu deren Nachteil - verglichen (Adrian Hummel). Hinzu trat die Wahrnehmung, wie sehr, vor allem in den 1830er Jahren, die Selbstentwürfe bis hinunter auf die Ebene des Stils von der Funktion Gutzkows als Zeitschriftenherausgeber und Journalist geprägt wurden (Helga Brandes).
Die Sektion Stadterfahrungen als Medienbedingungen lenkte zunächst die Aufmerksamkeit auf Gutzkow als Reiseschriftsteller. Am Beispiel seiner Pariser Briefe wurde sowohl die politische, soziale und literarische Bedeutung der städtebaulichen Veränderungen zur Jahrhundertmitte deutlich als auch die Besonderheit des deutschen Blicks auf Paris als Modell für eigene Verhältnisse und Städte (Thomas Bremer). Der Berliner "Großstadtoptik um 1850" und insbesondere der Entwicklung von der "guten Policey" des 18. zum "Auge der Polizei" des 19. Jahrhunderts widmete sich Olaf Briese. Daß Anwachsen der Städte und des Verkehrs zu Veränderungen des Publikums und seiner Lesegewohnheiten führt, auf die der Buchmarkt zu reagieren hatte, konnte Christine Haug an den vielfältigen Vorstößen Gutzkows bei seinen Verlegern und in Fachorganen deutlich machen. Auf die deutlichen Unterschiede bei der Realitätswahrnehmung und -darstellung zwischen Gutzkows und Spielhagens Realismus in den 1870er Jahren wies Kurt Jauslin hin.
Der dritte Tag rückte die Frage nach den verschiedenen Wandlungsprozessen, denen das Werk Gutzkows unterlag, ins Zentrum. Das geschah einerseits mit Blick auf die Differenz zwischen jungdeutschen und realistischen Konzeptionen unter dem Titel Zwischen Schlagwort und Historismus: Zeit-Erfahrungen, andererseits mit besonderem Augenmerk für Diskurswandel, den Gutzkow in seinen Texten selbst anzeigt und reflektiert. In der Bildungskritik, die Gutzkow in den 1830er Jahren formulierte, erwies sich die literarisch-publizistische Wissensproduktion als der zeitgenössischen wissenschaftlich-disziplinären weit voraus, ohne daß es eine Rückkopplung mit dem Fachdiskurs gegeben hätte (Ute Promies). Die Ritter vom Geiste von 1851/52 fungieren als Gelenkstelle in Gutzkows Werkprozeß; deshalb war es von besonderer Wichtigkeit, die Zeitkonzeption zwischen Vormärz und Realismus gerade hier genauer zu beleuchten (Thomas Neumann). Am Beispiel des bislang unbeachteten historischen Romans Hohenschwangau. Roman und Geschichte. 1536-1567 (1867/68) zeigte Gustav Frank Gutzkows seit den 1830er Jahren anhaltendes Interesse an der Geschichte auf. Dabei wurde deutlich, wie das Geschichtsbild sich unter dem Einfluß von medien- und kommunikationstechnischen Entwicklungen in einer Zeit verschärfter medialer Konkurrenz mit bildgebenden Verfahren wandelt und zunehmend außerhalb der realistischen Konventionen gerät.
Unter der Leitung von Michael Titzmann (Passau) konzentrierte sich die vierte Sektion vor allem auf Beschreibungen des Diskurswandels in den 1830er und 40er Jahren. Wolfgang Lukas zeigte am Beispiel der Seraphine (1837) die Korrespondenz von formaler und ideologischer Experimentierfreudigkeit Gutzkows auf. Dem Paradox einer sich selbst verneinden rhetorisch geprägten Öffentlichkeit und dramatischen Gattung spürte Hans Krah am Beispiel von Gutzkows Drama Patkul (184) nach. Gert Vonhoff konnte an den Gegenlektüren im Text zeigen, wie wenig die Forschung Gutzkows Roman Wally, die Zweiflerin (1835) hinter dem Wally-Skandal, der Gutzkow ins Gefängnis und dem Jungen Deutschland das notorische Bundestagsverbot einbrachte, bislang ausgelotet hat. Der Funktion des Religiösen in Gutzkows kürzeren Erzähltexten zwischen 1835 und 1855 ging Marianne Wünsch in ihrem Beitrag nach: Sie zeigte, wie die in den dargestellten Welten entbehrlich gewordenen Religionen nicht einfach verschwinden, sondern auf der Ebene der Figurenbeziehungen als strukturprägend neu funktionalisiert werden.
Im Rahmen der Konferenz fand im Kulturwissenschaftlichen Institut der Humboldt-Universität eine Präsentation des "Editionsprojektes Karl Gutzkow" statt (Peter Hasubek). Vorgestellt wurde einer beeindruckten Fachöffentlichkeit die technische Plattform für "Gutzkows Werke und Briefe. Kommentierte digitale Gesamtausgabe" (Gert Vonhoff). Das Pilotprojekt einer historisch-kritischen Edition, die erstmalig im und für das world wide web geschaffen wird, fand im Kontrast zu anderen, nachträglich EDV-gestützt verfügbaren Editionen große Anerkennung.
Unter der Leitung von Wolfgang Rasch unternahmen die Teilnehmer eine Exkursion zum Friedhof an der Halleschen Straße, für Gutzkow ein besonderer Ort, weil dort Eltern und Geschwister beerdigt wurden. An den Gräbern von Zeitgenossen Gutzkows wie Varnhagen von Ense zitierte Wolfgang Rasch aus zum Teil unveröffentlichten Tagebuchaufzeichnungen über und Briefwechseln mit Karl Gutzkow. Die Exkursion auf Gutzkows Spuren machte deutlich, wie die Zeit über Gutzkows Berlin, das Berlin auch von 1848 hingegangen ist, wie sehr die Text- und Bildquellen die Architektur, die Anschauung ersetzen müssen.
Viele der Konferenzbeiträge und Diskussionen erwiesen, daß Karl Gutzkow, trotz der verschiedensten Wohnorte, sich zeitlebens als in Berlin geprägter Autor verstand. Zugleich zeigte sich, wie sehr Gutzkow und wieviel von Gutzkow noch immer terra incognita ist, obwohl die Archive voller Quellen stecken. Ein erstes Desiderat der Bemühungen um Gutzkow, die Literatur- und auch die Stadtgeschichte Berlins ist eine Zusammenführung dieser verstreuten Quellen, insbesondere der Briefe: ein Gutzkow-Archiv, das sich am Institut für Regionalliteratur der Humboldt-Universität bereits im Aufbau befindet. Davon könnte die geplante Internet-Edition und die weitere Gutzkow-Forschung ebenfalls profitieren, die den sehr engen thematischen Ring um den Autor gerade erst zu sprengen begonnen hat. Die Konferenz schloß deshalb mit dem erweiterten Motto: Gutzkow lesen! Gutzkow edieren! - Gutzkow liest!: wer Gutzkow lesen will, bedarf einfach greifbarer "guter" Texte, die auch die Spuren von Gutzkow als Leser und Kenner einer breiten zeitgenössischen Literaturproduktion erkennbar machen.
Die Veranstalter danken der Stiftung Preussische Seehandlung (Berlin), der Arbeitsgemeinschaft literarischer Gesellschaften und Gedenkstätten e.V. (Berlin) und Partner für Berlin (Berlin) für die gewährte Unterstützung.

[Vormärz-Studien, Bd. 6, 2001]



Briefkultur im Vormärz 
Forum Vormärz Forschung / Heinrich-Heine-Institut 

23.Oktober 1999 in Düsseldorf

Organisation: Bernd Füllner/Michael Vogt

Teilnehmerinnen und Teilnehmer: 

Olaf Briese (Berlin), Wolfgang Bunzel (Dresden), Martin Friedrich (BOchum), Bernd Füllner (Düsseldorf), Bernd Kortländer (Düsseldorf), Joseph A. Kruse (Düsseldorf), Ute Promies (Darmstadt), Michael Vogt (Bielefeld) 

[erweitert als Vormärz-Studien, Bd. 9, 2001 erschienen] 

 

Vormärz - Nachmärz. Bruch oder Kontinuität? 
Forum Vormärz Forschung 

19.-21. November 1998 in Paderborn 

Organisation: Norbert Otto Eke/Renate Werner

Teilnehmer und Teilnehmerinnen: 

Thomas Althaus (Münster), Wolfgang Beutin (Hamburg), Olaf Briese (Berlin), Günter Butzer (München), Norbert Otto Eke (Paderborn), Dieter Elsner (Magdeburg), Jürgen Ferner (Bologna), Martin Friederich (Hagen), Gustav Frank (Regensburg), Dirk Göttsche (Münster), Manuela Günter (München), Sabine Heiser (Paderborn), Michael Hofmann (Lüttich), Detlev Kopp (Bielefeld), Ansgar Reiß (Regensburg), Alexander Ritter (Hamburg), Jörg Schönert (Hamburg), Hartmut Steinecke (Paderborn), Sigrid Thielking (Essen), Mechthild Vahsen (Paderborn), Michael Vogt (Bielefeld), Gert Vonhoff (Münster), Renate Werner (Münster) 

[Vormärz-Studien, Bd. 5, 2000

 

Georg Weerth und das Feuilleton der Neuen Rheinischen Zeitung. 
Georg-Weerth-Kolloquium zum 175. Geburtstag 
Forum Vormärz Forschung 

14./15. Februar 1997 in Detmold 

Organisation: Michael Vogt

Teilnehmerinnen und Teilnehmer: 

Eoin Bourke (Galway, Irland), Norbert Otto Eke (Paderborn), Bernd Füllner (Düsseldorf), Nikolaus Gatter (Köln), Jürgen-Wolfgang Goette (Lübeck), Jost Hermand (Madison/Wisc., USA), Detlev Kopp (Bielefeld), Inge Rippmann (Basel, Schweiz), Rainer Rosenberg (Berlin), Hartwig Suhrbier (Köln), Florian Vaßen (Hannover), Michael Vogt (Bielefeld), Fritz Wahrenburg (Paderborn) 

[Vormärz-Studien, Bd. 2, 1998.] 

 

Internationales Symposium: Vormärz und Klassik 
Forum Vormärz Forschung / Stiftung Weimarer Klassik 

9. - 11. Mai 1996 in Weimar 

Organisation: Detlev Kopp/Michael Vogt

Teilnehmer und Teilnehmerinnen: 

Helmut Bock (Berlin), Lothar Ehrlich (Weimar), Norbert Otto Eke (Paderborn), Jürgen Fohrmann (Bonn), Bernd Füllner (Düsseldorf), Peter-Uwe Hohendahl (Ithaca, USA), Detlev Kopp (Bielefeld), Joseph A. Kruse (Düsseldorf), Lars Lambrecht (Hamburg) Harro Müller (New York, USA), Ingrid Pepperle (Berlin), Rainer Rosenberg (Berlin), Ralf Schnell (Tokyo, Japan), Peter Stein (Lüneburg), Hartmut Steinecke (Paderborn), Michael Vogt (Bielefeld), Fritz Wahrenburg (Paderborn), Renate Werner (Münster), Hans-Georg Werner (Pisa, Italien), Wulf Wülfing (Bochum) 

[Vormärz-Studien, Bd. 1, 1998

 

 

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